
Der durchschnittliche Gewichtsverlust durch das schwedische Magenband beträgt bis zu
zwei Drittel des Übergewichts.
Beispiel: Nehmen wir an, Sie wiegen im Moment 160 kg. Das Idealgewicht für Ihre
Körpergröße liegt bei ca. 70 kg. Das heißt, Sie wiegen 90 kg zu viel. Zwei Drittel davon
sind 60 kg. Mit Hilfe des schwedischen Magenband-Systems können Sie diese
Gewichtsmenge verlieren. Ihr Gewicht würde sich dadurch auf 100 kg verringern. Manche
Patienten verlieren mehr Gewicht , andere wiederum verlieren weniger Gewicht.
Wie das Beispiel zeigt, erreichen Sie Ihr Idealgewicht nur dann, wenn Sie zur gleichen Zeit
eine konsequente Ernährungsumstellung durchführen und sich immer mehr bewegen, so
wie Sie Schritt für Schritt Übergewicht abbauen.
Die ersten vier Wochen
Empfohlene Getränke und weiche Nahrung nach der Operation sind:
In den ersten vier bis sechs Wochen nach der Operation wird keine Gewichtsabnahme
angestrebt. In dieser Zeit soll sich der Magen der veränderten Situation anpassen. Nach
und nach können Sie zu fester Nahrung übergehen. In dieser Zeit dürfen Nahrungsmittel
verzehrt werden (nach Vorgabe des Ernährungsberaters), auf die später eventuell
verzichtet werden muß, weil sie zu viele Kalorien enthalten.
Normal essen
Nach sechs Wochen kontrolliert der Chirurg erneut Sitz und Position des
Magenbandes. Ist alles in Ordnung, können Sie schrittweise Ihre Ernährung
normalisieren. Zunächst beginnen Sie mit dickeren Suppen. Während dieser Phase
können bestimmte Produkte, wie beispielsweise Brot, Rind- oder Lammfleisch und Reis
noch Beschwerden verursachen. Statt dessen sollten Sie leichtverdauliches Huhn,
Kalbfleisch oder Fisch wählen.
Sobald Sie problemlos feste Nahrung verzehren können, ist es an der Zeit, mit der
grundsätzlichen Ernährungsumstellung zu beginnen. Verzichten Sie ab sofort auf
kalorienreiche Getränke. Beschränken Sie sich auf Brühe, Tee, Kaffee (ohne Zucker)
und Mineralwasser.
Zehn wichtige Regeln
Die nachstehend aufgeführten "10 wichtigen Regeln" für Essen, Trinken und Bewegung
verhelfen Ihnen zum Erfolg. Entscheidend ist Ihr Wille zur Lebensstiländerung. Sie müssen ein neues Eßverhalten erlernen, und dies in
Verbindung mit dem Magenband und den anderen bariatrischen Eingriffen.
Für das Magenband gilt beispielhaft:
• Drei kleine Mahlzeiten pro Tag. Nicht mehr.
• Langsam essen und gut kauen (jeden Bissen etwa 15-20 Mal kauen).
• Essen beenden bei Sättigungsgefühl.
• Während des Essens nicht trinken.
• Keine Zwischenmahlzeiten.
• Nur frische Nahrungsmittel essen.
• Nahrungsmittel mit hohem Faseranteil meiden.
• Ausreichende Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten.
• Ausschließlich kalorienarme Getränke.
• Minimum 30 Minuten Bewegung pro Tag.
Regel 1: Drei kleine Mahlzeiten pro Tag. Nicht mehr:
Durch das Band kann Ihr Magen nur noch den Inhalt eines kleinen Joghurtbechers
aufnehmen. Essen Sie mehr, wird Ihnen übel. Essen Sie regelmäßig zu viel, überdehnt
sich der kleine Rest-Magen und die Wirkung der Operation ist aufgehoben. Darüber
hinaus führt häufiges Erbrechen zu Komplikationen. Finden Sie heraus, wie viel Ihr Magen
aufnehmen kann und muten Sie ihm nicht mehr zu.
Regel 2: Langsam essen und gut kauen:
Die aufgenommene Nahrung kann nur dann in die Öffnung des kleinen Rest-Magens
rutschen, wenn Sie in sehr kleine Stücke zerkaut wurde. Deshalb muß jeder Bissen sehr
gut durchgekaut werden. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen.
Regel 3: Essen beenden bei Sättigungsgefühl:
Sobald der Magen voll ist, erhält der Körper das Signal: „Ausreichend Nahrung im Magen“.
Dann tritt ein Sättigungsgefühl ein. Dennoch dauert es noch einige Zeit, bis Sie sich dieses Gefühls bewußt sind. Üben Sie diese
Wahrnehmung und hören Sie sofort auf zu essen.
Regel 4: Während des Essens nicht trinken:
Das Magenband verhindert, dass Sie zu viel essen. Wenn Sie parallel zum
Essen trinken, verflüssigt sich die Nahrung. Dies schränkt die Wirkung des
Magenbandes stark ein. Warten Sie ein bis zwei Stunden nach der Mahlzeit mit dem
Trinken. Auf diese Weise bleibt auch das Sättigungsgefühl lange erhalten.
Regel 5: Keine Zwischenmahlzeiten:
Nach einer Mahlzeit sollten Sie bis zur nächsten Mahlzeit nichts essen.
Zwischenmahlzeiten sind einer der Hauptgründe, wenn Sie nicht ausreichend abnehmen
trotz Magenband. Oberstes Gebot: Gewöhnen Sie sich
Zwischenmahlzeiten ganz ab.
Regel 6: Nur frische Nahrungsmittel essen:
Durch das Band können Sie nur noch kleine Nahrungsmengen essen. Deshalb ist eine
gesunde Ernährung besonders wichtig. Eiweiß- und vitaminreiche Nahrung wie frisches
Gemüse, Obst, Fleisch und Getreideprodukte sind optimal. Meiden Sie fett- und
zuckerreiche Lebensmittel. Essen Sie Äpfel oder Orangen und verzichten Sie auf fertige
Fruchtsäfte. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ernährungsberater, ob Sie Vitamin-
Ergänzungspräparate einnehmen sollen.
Hinweis:
Feste Nahrung ist wichtiger als flüssige. Wenn Sie nur flüssige Nahrung zu sich
nehmen, hat die Operation wenig oder gar keine Wirkung, denn die Flüssigkeit fließt
direkt durch den Magen und verursacht kein Sättigungsgefühl.
Regel 7: Nahrungsmittel mit hohem Faseranteil meiden:
Nahrungsmittel mit einem hohen Faseranteil wie z.B. Spargel (aber auch unzerkaute Apfelsinen!) können die eingeschränkte
Magenöffnung verstopfen. Faserhaltige Nahrung kann nicht ausreichend zerkaut werden
und auch der Speichel spaltet die Nahrung nicht ausreichend auf. Verzichten Sie deshalb
auf Nahrungsmittel mit hohem Faseranteil. Möchten Sie dennoch gelegentlich Spargel
essen, zerschneiden Sie den Spargel vorher in sehr kleine Stücke.
Regel 8: Ausreichende Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten:
Gerade weil Sie zu den Mahrzeiten nichts trinken sollen, müssen Sie darauf achten,
zwischen den Mahrzeiten ausreichend zu trinken. Normal sind 1,5 bis 2 Liter.
Regel 9: Ausschließlich kalorienarme Getränke:
Getränke, auch kalorienhaltige Getränke, können den durch das Band verengten Magen
ungehindert passieren. Wenn also weiterhin kalorienreiche Getränke konsumiert werden,
tritt kaum ein Gewichtsverlust ein, selbst wenn man sich sonst an die Diät hält. Deshalb
sind nur folgende Getränke erlaubt: Wasser, Mineralwasser, Tee oder Kaffee ohne Milch
und Zucker, kalorienarme oder kalorienfreie Erfrischungsgetränke.
Regel 10: Minimum 30 Minuten Bewegung pro Tag:
Diese Regel ist ebenso wichtig wie die neun vorangegangenen. Neben einer guten,
kalorienarmen Kost ist auch körperliche Bewegung wichtig. Verbrauchte Kalorien setzen
sich nicht auf Hüften und Bauch. Körperliche Bewegung trägt insgesamt zur Verbesserung
des Gesundheitszustandes bei. So lange Sie noch starkes Übergewicht haben, ist es
mühsamer sich zu bewegen. Aber je mehr Gewicht Sie verlieren, desto leichter fällt es
Ihnen. Beginnen Sie mit einem einfachen Programm: Spazierengehen oder Schwimmen.
Bauen Sie das Bewegungstraining auf mit Radfahren, Joggen und Aerobic. Wichtig:
Fragen Sie immer Ihren Arzt, welche Art von körperlicher Bewegung gut für Sie ist und wie
hoch Sie sich belasten dürfen.
Ernährungstipps
Stellen Sie jeden Tag Ihre Nahrung aus folgenden Lebensmittelgruppen zusammen:
1. Obst und Gemüse
• 2-3 Sorten frisches Gemüse pro Tag
• 1-2 Sorten frisches Obst pro Tag
2. Brot und Getreideprodukte
• 1 kleine Portion Cornflakes zum Frühstück
• 1-2 Scheiben Brot pro Tag (Vollkorn-und Roggenbrot)
• Auf Wunsch etwas Margarine oder Butter auf das Brot streichen
3. Fleisch/Fisch/Geflügel/Eier
• 30-45 g Fleisch, Fisch oder Geflügel oder ein Ei pro Tag
• Sichtbares Fett vollständig vom Fleisch entfernen.
• Haut vom Geflügel abziehen.
• Wählen Sie eine fettarme Zubereitungsart: Grillen, Dämpfen, Garen in der
Mikrowelle oder schonend Kochen.
4. Milchprodukte
• Milch und Joghurt gelten als Kalorien in flüssiger Form und sollten vermieden
werden obwohl diese Nahrungsmittel aufgrund ihres Calciumgehaltes Bestandteil
einer gesunden Ernährung sind. Erlaubt sind maximal 500 ml entrahmte Milch oder
fettarmer Joghurt und 30 g Käse pro Tag.
5. Fette
• Fettverzehr einschränken auf 3-4 Teelöffel Margarine, Butter oder Öl pro Tag.
Erlaubt sind fettarme Salatdressings und Mayonnaisen in mäßiger Menge.
6. Getränke
• Keine Beschränkung bei kalorienfreien Getränken.
• Geeignete Getränke sind:
Diese Nahrungsmittel meiden!
Zucker und Nahrungsmittel mit hohem Zuckeranteil wie Erfrischungsgetränke, Sirup,
Kuchen, Kekse, Süßigkeiten, Konfitüre, Marmelade und Honig haben nur wenig Nährwert.
Auch Schokolade, Pommes Frites, Pasteten und Gebäck sollten Sie vermeiden.
Alkoholische Getränke wie Bier, Wein, Likör, Portwein, Sherry, Cocktails und Sekt. Sie alle
enthalten leere Kalorien und haben in einer Diät nichts zu suchen.